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Juni 2015
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Lange her

Monatsarchive: Juni 2015

der SCHMERZ sitzt sehr sehr tief. Irgendwie habe ich seit Mittwoch früh permanent das Gefühl mir sticht mit dem Löffel jemand das Herz raus.

Zuerst im Leben kommt die liebe zur Familie aber an nächster stelle stehen die geliebten Bikes mit denen man so viele Kilometer berghoch und bergab ob Wald oder Straße gemeinsam verbracht hat. Es ist eine Beziehung, bei der man erst merkt, wie innig diese ist, wenn sie von irgendwelchen hergelaufenen Bastarden zerstört wird. Dir wird nicht nur dein Bike gestohlen, sondern zeitgleich auch dein Herz herausgerissen.

IMAG0372Wie oft habe ich in den letzten Jahren anderen gut zugesprochen, wenn jemanden bei einem Rennen das Bike gestohlen wurde. Immer versucht nette Worte zu finden, die von Herzen kamen und selbige will man jetzt von anderen nicht hören. Bei Rennen ist es mittlerweile ein Volkssport der Osteuropäer geworden, High-End-Bikes zu stehlen. Du fährst mit aller liebe und Hingabe ein Rennen und hinterher kommt irgendein Bastard daher. Dann stehst du plötzlich da und dein Herz erfährt eine leere, dein geliebtes Bike ist weg.
Bei uns sind seit Mittwoch früh 4 Bikes plus jede Menge Zubehör weg. Laufräder, Schuhe, Garmin-Computer, Standpumpe, sie haben einfach alles mitgenommen, ohne Hemmungen einfach alles. Mein Scott MTB, mein Merida Rennrad, das Specialized Rennrad und Ghost MTB meiner Frau. An meinem Scott war sogar noch die Startnummer von der Deutschen 24 h Meisterschaft am Alfsee vom Wochenende.

Ich weiß nicht, ob es mich besser stimmen soll, dass die Täter es wohl nicht direkt auf unsere Bikes abgesehen haben. Wir waren wohl ein Zufallstreffer. Diese „normalen“ Bikediebe die sich auf Rennen rumtreiben um gezielt zu stehlen waren es wohl nicht.
Als unsere Tochter morgens den Einbruch bemerkt hatte, ich bei der Polizei anrief, kam als erste Antwort, das dauert sie sind heute früh nicht der Erste. Als die Polizei kam, wurde mir erstmal mitgeteilt, dass die ganze Nacht von Dienstag auf Mittwoch überall in unserem Stadtteil eingebrochen wurde. Wahllos, kreuz und quer durch ganz Jürgenohl, selbst früh morgens um 7 Uhr als es schon hell war haben die weiter gemacht. Ich werde mal sehen was in der Zeitung steht aber mittlerweile sind es glaube ich schon 20 oder 25 Einbrüche. Als die beiden Polizisten gerade bei uns am Tisch saßen ging das Funkgerät, da wurden sie gleich zum nächsten Einbruch geordert, nur knappe 100 Meter von uns entfernt.
IMAG0368Von vielen kommt natürlich, ach die sind doch versichert. Ist leider nicht wirklich so einfach denn es sind versicherungstechnisch nicht einfach nur Fahrräder, sondern High End Sportgeräte und diese bekommt man nicht ganz so einfach versichert bzw. man kann es gar nicht bezahlen. Das ist so in etwas wie es von 100 Motorradfahrern wohl nur 2 gibt die ihr Bike Vollkasko versichert haben. Es ist einfach nicht zu bezahlen.
Für alles Weitere fehlen mir hier eigentlich die Worte nur evtl. dazu, dass ich auch einer der glücklichen Menschen bin, der sich freut, dass nach überallhin die Grenzen offen sind und nur freundliche Menschen nach Deutschland einreisen.

Zum Abschluss möchte ich mich aber bedanken, bedanken bei so vielen Menschen, die mit mir / uns fühlen. Freunde, Bekannte, virtuelle Freunde und und und, viele nette und aufmunternde worte kamen von allen Seiten. Viele Angebote von Kumpels die 2 Bikes haben und was nicht noch alles, so etwas berührt einen menschlich sehr sehr stark. Theoretisch könnte ich die nächsten 3 Wochen jeden tag ein anderes Bike fahren so viele Angebote sind von euch gekommen und ich spreche hier nicht von Tante-Trute-Bikes. Ich habe vor diesen Angeboten von euch wirklich eine menschliche Hochachtung aber ich muss euch einfach sagen, ich mag und will momentan nicht. Der Schmerz sitzt einfach zu tief. Wenn das hier ein nicht Biker ließt, denkt der sich garantiert, der Kerl hat doch ein Knall das waren doch nur Fahrräder. Genau das waren es aber nicht, es war mehr.

Neben dem Diebstahl muss man aber auch das Eindringen in die Privatsphäre verarbeiten. Da kommen fremde Menschen in dein Leben und Schleichen sich in Bereiche, die privat dir und deiner Familie gehören. Ob Garagen, Häuser, Keller, Gartenlauben, diesen Menschen ist keine Gelegenheit zu wieder sich an dem Leid anderer zu bereichern.

Die unterstrichenen Worte passen auch zu gut zu dem Teufel aus Chemnitz, auch dieser zählt zur Gattung Bastard.
Genau das ist ein weiterer bitterer Beigeschmack an dieser ganzen scheiße.

Danke an euch alle, Stefan.

schinder_stefan5Vom Schinderhannes geschunden kann man wörtlich nehmen.

Sonntag früh gemeinsam mit Familie Schmidt aus Remagen fix die 80 km nach Emmelshausen angereist. Wir sind ja schon Freitag nach Remagen gefahren um Matthias und Bine zu besuchen, darüber schreibe ich aber mehr in meinem Blog.

Räder raus, Startnummern dran basteln und schon ging es ans etwas verkürzte Einrollen. Noch etwas frisch am Morgen mussten dazu noch Arm und Beinlinge herhalten. Um 8.20 Uhr ging es dann in die Startaufstellung, wo ich nun endlich mal Tim Timmäh Greis persönlich die Hand schütteln durfte. J Sonst nur virtuell, jetzt mal Live kennen gelernt. Das war definitiv nicht das letzte Mal. :-)

Noch ein wenig mit Matthias quatschen, abklatschen und pünktlich um halb dann der Startschuss zum Schinderhannes.

Einführungsrunde 6 km und der Stefan mal nicht so weit durchgereicht wie sonst, langsam wird’s aber dann kam auch gleich der erste Dämpfer. In allen Jahren wundere ich mich immer über die ganzen Flaschen, die manche Fahrer beim Rennen so in den Trails verlieren, geht doch eigentlich gar nicht. Geht doch, Asphaltstück, bevor das Rennen richtig losgeht, Hand nach unten, blick nach unten (was mir da so alles durch den Kopf ging schreibe ich hier jetzt mal besser nicht), auf alle fälle meine große Flasche futsch.

schinder_stefan1Nun ja, mal sehen, was das so wird. Am Vortag mit unseren Damen und Matthias noch am Diskutieren reicht eigentlich, wenn ihr bei Kilometer 70 steht wie im letzten Jahr. Matthias reichte das nicht und mir ist dann immer etwas mit 40 Kilometern im Kopf hin und her gedüst. Den Kopf dann erstmal ausgeschaltet und in einer 10er Gruppe schön mitgefahren. Boha wie geil, sonst fahr ich ja immer alleine, weil ich das Tempo nicht halten kann. Das Ganze war aber eben auch nur so lange schön bis nach 18 Kilometern meine kleine Trinkflasche alle war. Und ich habe schon gehaushaltet wie ein Kamel bei der Durchquerung der Sahara. Wieder Gedanken, es kommt ja bestimmt bald eine Verpflegungsstelle, die dann auch bei ca. Kilometer 25 kam.

Engel auf der linken Schulter „junge halt an und mach Flasche voll“ – Teufel auf der rechten Schulter „junge mach kein scheiss, das erste Mal hast du eine Gruppe, fahr weiter“.

Ähmmmmm, der Teufel hat gesiegt und damit natürlich auch die Dummheit. Immerhin konnte ich einen Wasserbecher schnappen, den mir ein Mädel hingehalten hat. In ihrer Hand sah er eigentlich voll aus, als ich ihn zum Mund führen wollte waren so grob gemessen noch 5 ml in dem Becher. :-( What a Fuck, nun war es auch egal. Der nächste Versuch, ein Gel ab in die Schnute aber ohne was nach zu trinken. Das kommt so etwa der Erfahrung gleich wer mal versucht hat einen Löffel Zimt pur zu essen. Also nix essen, nix trinken, nix Gel und immer nur blöd geschaut, wenn jemand der Mitstreiter seine Flasche aus dem Halter gezogen hat. Mit einem Schnitt von über 20 km/h ging es also weiter mit in der Gruppe durch das Gehölz und immer mehr Fahrer wurden eingesammelt und hinter uns gelassen. Ab Kilometer 35 ging es dann langsam los, die Beine fangen an zu zucken und zu krampfen und ich wäre am liebsten in jeden Bach neben der Strecke gesprungen. Wenn’s mal läuft, dann läuft es eben wohl auch nicht, Tempo rausgenommen und über mich selbst geärgert.

schinder_stefan4Irgendwann, ich hatte es schon ein wenig verdrängt höre ich eine Mega Kuhglocke und plötzlich die vertraute stimme meiner Tochter schreiend, Papa kommt. Ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Moment über einen Sechser im Lotto mehr gefreut hätte. Angehalten und Lisa schaut mich verdutzt an, weil ich Trinken haben wollte. Ja, genau ich, der gesagt hat, mir reicht es bei Kilometer 70. Leider nur 2 kleine Flaschen, da es ja so auch nicht geplant war. Meine Gruppe war eh weg und bei dem Kurzstopp ist eine ganze Schar weiterer Fahrer wieder vorbei. Die erste Trinkflasche war nach ca. 60 Sekunden alle und am liebsten hätte ich die 2 gleich hinterher gekippt. Wieder viele Kilometer und das Spiel von vorne mit einer kleinen Flasche haushalten. Wieder durchs Feld gekämpft, Krämpfe haben wieder ein wenig nachgelassen und irgendwann sehe ich vorne 4 Trikots die mir in Erinnerung waren von meiner Gruppe einige Kilometer weiter vorne. Motivationsschub und einige Hundert Meter weiter war ich wieder dabei. Ein Holländer oder Belgier hatte wich wohl gefragt, wo ich denn war, hab das aber doch nicht wirklich verstanden.

Aaaaaaaaaaber was soll ich sagen, nächste Verpflegungsstelle, nächster Becher und geeeeenau, so schnell lernt der Stefan nicht. Wieder beim Zufassen den Becher zerquetscht und nix mit Wasser aus dem Becher. Kilometer 70 unsere Frauen und meine Flaschen leerer als nur einfach leer. Ich sage zu Lisa, ich bin so trocken ich hab solchen Durst und jetzt kommt die beste Antwort, die einem die heiß geliebte Ehefrau in diesem Moment geben kann.

Schatz dann musst du was trinken.             Ähmmmmmmmm, ich lass das mal so stehen.

Die letzten 14 Kilometer musste ich dann aber doch letztendlich der ganzen Misere Tribut zollen. Bis dahin fast die kpl. zeit mit Lex de Vries vom Peerkes Bike Team gefahren, wurden die Krämpfe leider unerträglich. Trinkbedarf nachholen klappt eben nicht. Auf diesen letzten Kilometern habe ich auf die zum Ende übrig gebliebene 5er gruppe noch über 10 min. verloren. :-(

So war es dann der 40 Platz in meiner Kategorie aber ein mega Rennen was ich mir durch Eigenschuld selbst zur Hölle gemacht habe.

Also immer schön trinken. :-)

Ride Green – Ride Prowell

Stefan

 

Platz 13 / Kategorie 3

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