Partner / Sponsoren

August 2017
M D M D F S S
« Mai    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Lange her

T-Shirt-Finisher-BlackSo war es eigentlich geplant, als Formtest für die Salzkammergut Trophy. Ich möchte mir dort in diesem Jahr hoffentlich mein drittes heiß begehrte schwarze Shirt abholen.

A-Strecke der Trophy, 211km und 7049hm, der Harzrundweg 300km und 4000hm. Grob gerechnet passt das ja so in etwa. :-) Nicht als Rennen aber als etwas schnellere Tour sollten also die 300km gefahren werden. Soooooo der Plan. :-)

Abends kleinen Trinkrucksack fertiggemacht, Flaschen gefüllt und ab ins Bett, und zwar recht früh. Wie zur Trophy auch, früh morgens um 5 Uhr wollte ich los und um 4 hat der Wecker geklingelt. Nach ein wenig getrödele habe ich dann doch tatsächlich den Startschuss verpasst und bin erst eine Minute nach 5 Uhr los. Ich schiebe es einfach mal darauf, das früh morgens kein AC/DC lief als ich aus der Haustür kam. :-)
IMAG1649 (FILEminimizer)Also los in Richtung Oker, das Geplänkel um Goslar wollte ich dann auf dem Rückweg mitnehmen. Hell war es auch schon und die Temperaturen waren auch gar nicht so schlecht. Ilsenburg, Wernigerode, die Ecke kenne ich ja allerdings nur auf anderen wegen. Hier wollte ich mich aber ganz genau an den GPX-Track halten und das war auch gut so. Der R1 Radweg schlängelt sich auf schönen Wegen von Ort zu Ort und dabei ist die Strecke so gelegt, dass man immer einen kleinen Blick in die Stadt oder das Dorf werfen kann. Schöööööne Altstädte gibt es auf dieser Tour. Man fährt durch Guts-Anwesen, durch Parks und und und, die Strecke ist echt ein Genuss.
Hier mal angemerkt, die Tour werde ich wiederholen, dann aber als 2 Tages Tour um das Ganze einfach mehr zu genießen. Es waren doch einige schöne Flecken, an denen ich gerne mal angehalten hätte, um zu genießen was man, da eigentlich Schönes tut, und zwar BIKEN. Viele stellen, wo man mit dem Auto nicht hinkommt bzw. gar nicht auf die Idee kommt, dorthin zu fahren. Blankenburg und Thale sind einem ja noch ein Begriff aber da gibt es Orte, da wusste ich nicht mal das es solche Namen gibt. Ab Thale war ich dann für mich sozusagen im Niemandsland, gut das es ein Navi gibt.
IMAG1650 (FILEminimizer)Kurz hinter Thale dann ein wenig Spritzerei aus meinem Hinterrad. Etwas zu großes Loch für die Dichtmilch aber genau passend für eine MaxSalami. Auch hier wieder an alle, die es nicht hinbekommen, Salami rein, Luft drauf und fertig. Keine 2 Minuten später hätte es eigentlich gleich weiter gehen können. Da ich aber nun schon vom Rad runter war, konnte der Magen auch etwas vertragen. Rucksack runter 2 Stück Bananen-Reiskuchen auf die Hand und weiter gings dann eben nach 5 Minuten.
Kurz nach 10 Uhr war ich dann bei ca. 110km und irgendwo am untersten Punkt des Harzrundweges. Irgendwo zwischen Grillenberg und Obersdorf im tiefsten Osten, wenn man das so sagen darf. :-) Kurzen Anruf bei Lisa, alles ist in Ordnung, Frauen machen sich ja immer Gedanken, wenn der Mann allein in den Wald fährt. :-) Das Ganze ging zwar um den großen Wald (genannt Harz) herum aber eine beruhigte Frau ist eine glückliche Frau. So in etwa jedenfalls das denken in einem Männerkopf. :-)
IMAG1651 (FILEminimizer)Dann kam aber irgendwann die wende meines Plans, und zwar das bis dahin nette Örtchen Agnesdorf. In Agnesdorf gibt es unter anderem einen Schäferhund und auch ein dazu gehörendes Herrchen. Ich komme also recht gemütlich die Straße in den Ort gefahren und fahre extra möglichst weit links und vorher habe ich auch schon die Geschwindigkeit reduziert. Vorbei an Hund und Halter sehe ich im Augenwinkel, wie der Hund los läuft, und zwar hinter mir her. Herrchen hält die Leine nicht fest, und als der Hund auf meiner Höhe ist, springt er mir ans Bein. Seine Leine verfängt sich in meinem Hinterrad, reist das Ventil ab und zwei Speichen kaputt. Ich schlinger weiter auf einen Zaun zu, den ich dann mit dem Vorderrad tuschiere. Den Hund hat es derweil mit dem Halsband auf den Boden gezogen. Der Hund kommt hoch und in diesem Moment merke ich, das er nicht aggressiv war. Das Herrchen kommt und fängt an mich zu schubsen und mich anzuschnauzen, was mir denn einfallen würde, das arme Tier, der will doch nur spielen. Ähmmmm, woher soll ich wissen das der nur spielen will war mein Gedanke und ich war pappe satt. Als er mich dann noch mal schubst, habe ich ihm gesagt, dass ich gleich meine gute Stube vergesse und ausraste. Er nahm dann seinen Hund und verschwand im nächsten Feldweg.
IMAG1652 (FILEminimizer)Rad im Arsch, Tagesplan im Arsch, alles fürn Arsch. Schlauch eingezogen und so gut es ging, das Bike fahrbereit gemacht. Im nächsten Ort Breitungen einen Wald und Wiesen Radhändler aufgesucht, was aber eher ein Rasenmäher Fach und Reparaturbetrieb war. Alles kein Problem, das Bekommen wir hin waren die Worte des guten Mannes. Hier möchte ich gar nicht weiter darauf eingehen denn sonst flippe ich hier beim Schreiben noch aus, so tief sitzt der Frust immer noch.
Von dort aus weiter in Richtung Uftrungen, hinten wieder Luftverlust und mächtiges Geschlacker des Laufrades. Kurz angemerkt, die Reparatur die keine war hat mich 60,-€ gekostet. Kotz.
In Uftrungen dann der Wahrheit ins Gesicht gesehen, so werde ich die letzten 120 km nicht schaffen, keine Chance. Planänderung, einmal quer drüber über den groooooßen Berg. Anfangs war das aber auch nicht wirklich die bessere Idee. Harzrundweg verlassen und in Richtung Rottleberode, dann Stolberg bis Breitenstein. Dort hatte ich dann 200 km und etwas über 3000 hm auf der Uhr. Als ich dort Ortsausfahrt fummelnd am Rad stand, hielt ein Pritschenwagen an, cooler Typ drinnen, kann ich dir helfen. Kurz erzählt, alles schitte, funzt so alles nicht wirklich. Er bot mir an, Rad hinten drauf, bis nach Stiege im Harz könne er mich mitnehmen. Von dort aus habe ich bestimmt eine Möglichkeit nach Braunlage oder ähnlich zu kommen, meinte er.
In Stiege angekommen, hmmmm immer noch weit weg von Goslar aber immerhin. Als dann ein Regionalbuß kam, habe ich ihm kurz mein Leid erzählt und alles kein Problem, Bike und Stefan konnte mit. Er musste aber logo seine normale Tour durch den Harz fahren, bis wir dann nach gefühlten 5 Stunden in Wernigerode ankamen.
Von Wernigerode bin ich dann noch kurz bis Ilsenburg rüber und von dort fuhr mich Enno, ein guter Freund nach Hause. Angerufen und 5 Minuten später war er schon da. Enno, vielen Dank dafür.
Danach gab es dann ein wenig Schreiberei bei Facebook, einige Tipps zwecks Hundehalter und Versicherung und da geht es nun auch voran. Polizei dort drüben informiert, die haben den Hundebesitzer ausfindig gemacht und das geht jetzt immerhin alles seinen geregelten weg.

Ein schöner Tag, der mit ein wenig Chaos beendet wurde.

Schön, dass du hier vorbei geschaut hast.

6 Antworten auf Harzrundweg als Tagesetappe

  • Welch ein Erlebnis… Die abenteuerliche Rückfahrt stell ich mir dann ja besonders schön vor, wenn man schon reichlich bedient vom kaputten Rad ist.
    Den Harzrundweg und die Beschreibung find ich aber auf jeden Fall interessant. Das muss ich auch mal für nächstes Jahr als lockere Tour für 2-3 Tage planen. http://www.bike-stefan.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

  • Ralph sagt:

    Das Ding werde ich bestimmt auch mal unter die Räder nehmen, vllt klappts ja gemeinsam. Mit dem Hund ist ja nun wirklich mal saudumm gelaufen.

  • Christian Selber sagt:

    Aaaallter! Ich glaub bei dem Hundehalter wär ich komplett ausgetickt! Weiß nich wann er seinen Hund festhalten soll, aber du sollst wissen wo der Unterschied zwischen Spiel und Kampf ist oder was! Aber um mal das positive zu sehn, das is ne Geschichte die man noch seinen Enkeln erzählen kann! Die Tour klingt echt super, aber 300 km an einem Tag?! Krass! Und ich hoffe das ich beim EBM über die 70 km in angemessener Zeit komme. Hut ab!

    • Bike-Stefan sagt:

      Ich musste mich auch wirklich zusammenreißen, früher wäre ich ausgetickt. Der Knackpunkt war ja genau dieser, der Hund hatte kein Schild um den Hals, das er nur spielen wollte, aber auch das ist immer nur relativ. Die Strecke ist aber wirklich an einem Tag zu fahren, aber wie schon geschrieben, du hast eigentlich nichts von den schönen ecken. Wird aber als Genusstour wiederholt. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Platz 13 / Kategorie 3

Mein Team / Verein

Hauptsponsor

Verein Adler-Goslar

SOLESTAR-Sohlen

Mein GPSies