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Lange her

Training läuft und trotzdem fährt immer ein wenig Traurigkeit im Hinterkopf mit.

Diesen Winter konnte man eigentlich bis auf wenige tage wetterbedingt super draußen Biken, wenn man nicht gerade durch eine Erkältung ausgebremst wurde. Mich hat es dieses Jahr auch mal erwischt aber ich denke, es gibt Schlimmeres.

IMG_20150220_103652Zwar kann man noch nicht bis oben in die Berge aber einige Höhenmeter sind trotzdem drinnen. Straßen sind ja frei nur im Wald wird es ab der höhe von 400 Metern kritisch. Schnee liegt nicht wirklich aber dafür jede menge Kilometer pures Eis. Für die Fahrtechnik zwar recht interessant aber eben auch gefährlich. Heute hätte ich mich oben auf der Kästestraße auch fast gelegt, wenn man dann doch zu übermütig wird. Also doch noch ein wenig warten, bis es nach oben hin auch ein wenig besser wird. Im Unteren Vorharz sind die Trails und Forstwege aber so gut wie trocken und man kann die Natur in vollen zügen genießen.
Zu all dem Spaß, den man doch beim Sport hat, gibt es natürlich auch immer das Negative. Irgendwie trägt man das immer ein wenig im Hinterkopf mit rum. Wenn Lisa nicht zu Hause ist und ich mich auf zum Sport mache, geht es eigentlich. Ist Lisa aber da und ich mache mich fertig ist es immer ein komisches Gefühl.

Seit dem Lisa vor nun mittlerweile fast 2,5 Jahren am herzen erkrankt ist, wird dieses komische Gefühl oder auch schlechte gewissen irgendwie nicht besser. Es ist nicht schön, selbst kann man fast, wie man möchte und die Partnerin darf, und kann auch gar nicht erst. Komischer Satz aber passt halt so. Immer wieder höre ich, Lisa sieht doch gesund aus, aber was heißt, eigentlich Gesundes aussehen. Lisa kann nicht mehr als drei Tage die Woche arbeiten, weil es einfach körperlich zu anstrengen ist und an Sport ist nicht mal im geringsten zu denken. Was war Lisa doch für eine gute Läuferin und was hat Lisa generell gerne Sport gemacht. Das macht mich eigentlich immer trauriger je mehr Monate mit der Krankheit vergehen. Ich spreche da eigentlich nicht viel drüber aber ich trage es sehr viel im Kopf mit herum, es begleitet einen ständig. :-(

Gesundes aussehen ist eben nicht alles und daran kann man auch sehr wenig ausmachen. Ob ich das bei Lisa erfahre oder bei mir selbst, aussehen ist immer relativ. Dazu hatte ich kürzlich auch ein Gespräch zu mir selbst. Ein Bike Kumpel hat mir die Tage einen Krankenbesuch erstattet und logo dauert es nicht lange und das Thema Biken und Rennen kommt auf den Tisch. Auch hier kam dann irgendwann der Satz „ Stefan, du trainierst so viel, da muss doch endlich mal bei den Ergebnissen etwas besser werden“.

IMG_20150220_115612Hmmmm, muss aber kann und wird wohl auch nicht, jedenfalls nicht drastisch. Ich bin dann mal an mein Portemonnaie gegangen und habe meinen Pass rausgeholt mit einer körperlichen Behinderung von über 40%. Da gab es dann große Augen und wieder der Spruch, du siehst aber so gesund aus. Tja, was heißt also schon aussehen.
Thorsten kennt mich erst seit 2 Jahren und wusste daher auch nicht, dass ich vor einigen Jahren einen schweren Motorradunfall hatte, bei dem so ziemlich alles am Körper im Arsch war, was so „kaputt“ gehen kann. Milz raus, beide Beine total zerstört, Arme breit usw. Aber was soll ich sagen, ich lebe. Hier mal wieder ein dickes Dankeschön an die nette Notärztin, die mich im Graben wiederbelebt hat.

Ich sehe halt auch gesund aus aber ich kann auch nur so, inwieweit mein Körper mitspielt. Natürlich Jammer ich auch zwischendurch aber ich schiebe nie bei meinen Platzierungen meinen Körper vor. Früher habe ich darunter sehr gelitten aber mittlerweile sehe ich es aus einer ganz anderen Richtung. Es gibt viele viele Sportler, die gesund sind und vor denen ich im Ziel ankomme oder eben genug Menschen die gar nichts machen, oder eben wie Lisa gar nichts machen können.

Es ist, wie es ist und aussehen ist und bleibt eben nicht alles. Trotzdem würde ich mir mal gerne in meinen Träumen vorstellen, was wäre oder würde gehen mit einem gesunden Körper.

Bis denn, wir sehen uns im Wald.

Ride Green-Ride Prowell

5 Antworten auf Wieder gesund,

  • Monika Reker sagt:

    Huhu Stefan,
    zusammen sind wir beide 70% behindert und trotzdem fahren wir im Team ziemlich weit vorne mit. Mir geht’s genauso wie Dir, aber ich sehe es positiver – nur durch meine Behinderung habe ich die Menschen in meinem Leben, die mir Kraft schenken, ehrlich sind und echte Freunde sind. Das war nicht immer so und ganz ehrlich – über das Leben habe ich so mehr gelernt und heute lebe ich ganz anders als vorher. Der Sport ist nicht mehr nur mit Leistung und Pokal definiert, sondern mit Natur erleben, Spaß mit guten Freunden haben, anderen zeigen, dass auch mit Handicap noch vieles möglich ist, das manch Gesunder nicht schaffen kann. Ich bin sehr froh mit Dir befreundet zu sein. Kopf hoch – auch ich muss immer auf meinen Körper achten – höher – weiter – schneller ist nicht der Sinn des Lebens. Vor Deiner Bike Leistung ziehe ich immer den Hut, weil ich weiß, dass Du mit Einschränkungen fährst wie ich und damit ist das Ergebnis noch viel mehr wert als ohne. Ich fahr gern mit Dir – bis ganz bald wieder :-)

    Deine Moni

  • Monika Reker sagt:

    Lieben Gruß an Lisa und Deine Prinzessin :-) :-) :-)

  • Frank sagt:

    Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity – oder einfach gesagt, auch ein augenscheinlich kranker Mensch kann top Fit sein! Grüße von dem Typen der sein Handicap selbst anfuttert ;-)

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